Allgemein Archive - ErgoPuls

Betätigung ist unsere Kernkompetenz!


Nachfolgend finden Sie einen Auszug aus dem Qualitätsmanual des EVS ErgotherapeutInnen-Verbandes zur Bedeutung der Ergotherapie sowie zur Vermittlung von Betätigung als der eigentlichen Kernkompetenz eines jeden Ergotherapeuten. 3.1.1 Vorbemerkung Analog zur Verwendung in Dokumenten des ErgotherapeutInnen-Verbandes wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit Weiterlesen

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Betätigung ist unsere Kernkompetenz!

Maja Anderegg Allgemein Kommentare deaktiviert für Betätigung ist unsere Kernkompetenz! ,

Nachfolgend finden Sie einen Auszug aus dem Qualitätsmanual des EVS ErgotherapeutInnen-Verbandes zur Bedeutung der Ergotherapie sowie zur Vermittlung von Betätigung als der eigentlichen Kernkompetenz eines jeden Ergotherapeuten.

3.1.1 Vorbemerkung

Analog zur Verwendung in Dokumenten des ErgotherapeutInnen-Verbandes wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit des Dokuments statt der «Ergotherapeut/die Ergotherapeutin» die Bezeichnung mit einem grossen «I» geschrieben «ErgotherapeutIn». Für die Bezeichnungen der Arzt/die Ärztin, der Klient/die Klientin und der Patient/die Patientin wird zu Gunsten besserer Lesbarkeit nur die männliche Form verwendet, gemeint sind selbstverständlich immer Frauen und Männer. Die klientenzentrierte Perspektive ist in der ergotherapeutischen Behandlung eine zentrale Wertehaltung. Deshalb wird im Dokument die Bezeichnung Klient und nicht Patient für Personen, die aufgrund einer Krankheit oder Behinderung Ergotherapie als Leistungen im Gesundheitswesen beziehen, verwendet.

3.1.2 Definition und Beschreibung der Ergotherapie

Die aktuelle Definition von Ergotherapie des EVS Schweiz lautet (EVS, 2012):

Ergotherapie stellt die Handlungsfähigkeit des Menschen in den Mittelpunkt. Sie trägt zur Verbesserung der Gesundheit und zur Steigerung der Lebensqualität bei. Sie befähigt Menschen, an den Aktivitäten des täglichen Lebens und an der Gesellschaft teilzuhaben.

Ziel der Ergotherapie ist es, Menschen zu unterstützen, damit sie individuell bedeutungsvolle Betätigungen (wieder) ausführen können. Dies erlaubt es dem Klienten, seine Handlungsfähigkeit im Alltag, seine gesellschaftliche Teilhabe/Partizipation und seine Lebensqualität und -zufriedenheit zu verbessern.

ErgotherapeutInnen arbeiten mit Einzelpersonen oder Gruppen in Spitälern, psychiatrischen Kliniken, Rehabilitationskliniken, Schulen, Pflegeheimen, Tageskliniken und -heimen, Hospizen sowie in Privatpraxen und bieten auch Beratungen und Schulungen in Institutionen und Betrieben an. Ebenfalls kann die Ergotherapie in Arbeitsfeldern wie kantonalen Institutionen, Fach- und Beratungsstellen, Asylwesen, Gemeinden und weiteren tätig sein. Wo möglich und notwendig werden Menschen aus dem Umfeld des Klienten in die Therapie/Beratung mit einbezogen.

Im Rahmen der Gesetzgebung im Gesundheitswesen übernehmen folgende Kostenträger die Leistungen der Ergotherapie: Krankenversicherungen, Invalidenversicherung, Unfallversicherung, Militärversicherung. ErgotherapeutInnen haben freie Methodenwahl und orientieren sich an vorhandenen Leitlinien und Handlungsempfehlungen.

Für zusätzliche Dienstleistungen der Ergotherapie, wie Beratung und Umsetzung von Präventionsmassnahmen oder Beratungen betreffend gesundheitsfördernden Massnahmen in einem Heim, in Beratungsstellen und Gemeinden, müssen individuelle Vereinbarungen getroffen werden.

3.1.3 Die Betätigung im Alltag – Fokus der Ergotherapie

Definition Betätigung:
Komplex von Aktivitäten, der persönliche und sozio-kulturelle Bedeutung hat, kulturell definiert ist und die Partizipation an der Gesellschaft ermöglicht (ENOTHE, 2007).

ErgotherapeutInnen unterteilen Betätigungen in folgende Bereiche (AOTA, OTPF, 2014):

  • Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL): notwendig um dem eigenen Körper Sorge zu tragen und Überleben und Wohlbefinden zu ermöglichen (Beispiele: Körperhygiene, Essen, Anziehen, sich fortbewegen)
  • Instrumentelle Aktivitäten des täglichen Lebens (IADL): unterstützen das tägliche Leben und erfordern komplexere Interaktionen als ADL (Beispiele für jemanden sorgen (Kind, Angehörige, Haustier etc.), finanzielle Angelegenheiten regeln, Auto fahren, öffentliche Verkehrsmittel benutzen)
  • Ruhe und Schlaf
  • Bildung
  • Arbeit
  • Spiel
  • Freizeit
  • Soziale Teilhabe

ErgotherapeutInnen erstellen ein Betätigungsprofil der relevanten und bedeutungsvollen Betätigungen eines Klienten, welche in der Folge von Unfall, Krankheit oder Behinderung nicht (mehr) oder nur eingeschränkt möglich sind, sowie der Rollen und Aufgaben, welche der Klient deshalb nicht mehr oder nicht genügend gut übernehmen kann.

3.1.4 Ergotherapie und die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF)

Die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) folgte auf die International Classification of Impairments, Disabilities and Handicaps (ICIDH) von 1980. Sie wurde von der 54. Vollversammlung der World Health Organisation (WHO) im Mai 2001 verabschiedet. Das folgende Modell zeigt, wie nun der gesamte Lebenshintergrund der Betroffenen berücksichtigt wird:

Bild Modell Lebenshintergrund Ergotherpie-Klienten
ICF, WHO, 2004

Die ergotherapeutische Intervention wird in der Praxis in folgenden in der ICF beschriebenen Domänen durchgeführt:

  • Körperfunktionen/Körperstrukturen: Erarbeitung/Förderung einzelner Funktionen im kognitiven, sensorisch-motorischen und affektiv-emotionalen Bereich mit dem Ziel besserer Partizipation. Beispiele: Kompensation oder Entwicklung fehlender/verloren gegangener Fähigkeiten, Lernen neuer Handlungsstrategien usw.
  • Aktivitäten und Partizipation: Anpassung der Tätigkeit/Aktivität an den Betroffenen, damit Partizipation möglich wird. Beispiele: Vereinfachung oder Anpassung von Abläufen, Anpassung und Instruktion von Hilfsmitteln und Schienen usw.
  • Umwelt: Anpassung der Umwelt, damit Partizipation möglich wird. Beispiele: ergonomische Arbeitsplatz-Anpassung, Schaffen einer hindernisfreien Umgebung zu Hause, in der Schule, am Arbeitsplatz, Beratung und Instruktion des sozialen Umfeldes (Familie, Bezugspersonen, Arbeitgeber bei Wiedereingliederung) usw.

 

Quelle: EVS ErgotherapeutInnen-Verband Schweiz, Qualitätsmanual, 2017, Seite 16-18 von 32


Was ist der Unterschied zur Physiotherapie?

Maja Anderegg Allgemein Kommentare deaktiviert für Was ist der Unterschied zur Physiotherapie? ,

Die Zusammenarbeit mit der Physiotherapie ist ein sehr wichtiges interdisziplinäres Bindeglied, hat man doch oft gemeinsam einen Patienten zu behandeln. Beide Berufsgruppen arbeiten sehr ähnlich. Trotzdem gib es deutliche Unterschiede:

Ergotherapeuten trainieren motorische und sensorische Fähigkeiten. Hirnleistungstraining ist zusätzlich ein grosses Gebiet der Therapie. Sie üben Aktivitäten des täglichen Lebens ein, sog. ADL (Activity daily living), Training der Körperpflege, Selbsthilfetraining, Haushalt- und Berufsvorbereitung). Sie machen Haus- und Arbeitsplatzabklärungen, klären Hilfsmittel ab, passen diese an oder stellen Adaptationen her. Zudem fördern sie soziale Kompetenzen, begleiten Patienten in der Krankheitsbewältigung, arbeiten eng mit Angehörigen zusammen und mit spitalexternen Diensten.

Ziel der Ergotherapie ist es, den Patienten als Menschen in seiner gesamten Lebenssituation zu erfassen. Durch die für ihn individuell geplante Behandlung soll der Patient in die Lage versetzt werden, Handlungsfähigkeiten in persönlichen, sozialen und beruflichen Bereichen wieder zu erlangen oder zu erhalten.